25 Jahre VITA e.V. Assistenzhunde: Lebensretter auf vier Pfoten bauen Brücken in die Gesellschaft

Hümmerich, 28. März 2025 – Hunde als Assistenz für Menschen mit körperlicher oder seelischer Beeinträchtigung? Das kann nicht funktionieren. Solche Zweifel begleiteten Diplom-Sozialpädagogin Tatjana Kreidler, als sie im März 2000 den Verein VITA e.V. Assistenzhunde (VITA) gründete. Doch 25 Jahre später spricht der Erfolg von VITA für sich.

Ein Vierteljahrhundert Pionierarbeit für Inklusion

VITA-Gründerin Tatjana Kreidler glaubte fest an ihre Vision – gestärkt durch ihre Ausbildung bei den renommierten englischen Organisationen „Guide Dogs for the Blind“ und „Dogs for the Disabled“. Ihr Ziel: Mensch und Hund sollen zu echten Partnern werden – getragen von Vertrauen, gegenseitiger Wertschätzungund Verantwortung füreinander. Mit unerschütterlichem Engagement brachte sie so ein völlig neues Konzept nach Deutschland: Assistenzhunde, die weit mehr als nur Helfer sind – sie sind Lebensretter, Seelentröster und Brückenbauer in die Gesellschaft. Ihren menschlichen Teampartnern schenken sie täglich die Kraft aufzustehen, Herausforderungen zu meistern und mit Zuversicht und Freude ihren Weg zu gehen.

Heute, 25 Jahre später, kann VITA auf eine beeindruckende Entwicklung zurückblicken: 80 Hund-Mensch-Teams wurden erfolgreich ausgebildet, darunter fast 40 Kinder und Jugendliche. Hinter jedem einzelnen Team steckt eine berührende Geschichte – eine Geschichte von Mut, Hoffnung und Inklusion. Als erster Verein in Deutschland bildete VITA gezielt Assistenzhunde für Kinder aus und leistete damit echte Pionierarbeit.

Mehr als Mobilität: Wie VITA Leben verändert

Assistenzhunde schenken ihren Menschen Mobilität, Unabhängigkeit und Selbstvertrauen – aber auch emotionale Stärke und eine ganz neue Lebensqualität. Besonders für Kinder mit körperlichen oder seelischen Beeinträchtigungen bewirken sie wahre Wunder. Die enge Bindung zwischen Mensch und Hund ermöglicht es, als Team über sich hinaus zu wachsen und Grenzen zu überwinden, die ein selbstbestimmtes Leben vorher unmöglich gemacht haben. So fördert der Therapeut auf vier Pfoten bei vielen Kindern das Sprechenlernen und die Abnabelung von den Eltern. Er hilft ihnen, Verantwortung zu übernehmen, sich in die Gesellschaft zu integrieren und diese mit ihren Fähigkeiten zu bereichern. Der 18-jährige Paul beschreibt die Reaktionen der Umwelt auf ihn und seine Assistenzhündin: „Es ist ein besonderes Gefühl mit Buena in die Stadt zu gehen und von Passanten auf sie angesprochen zu werden. Ohne meinen Hund ging es eigentlich immer, wenn ich überhaupt angesprochen wurde, um meine körperliche Beeinträchtigung.“ Der zukünftige Student freut sich darüber, wenn Begegnungen mit seinem VITA-Assistenzhund den Unterschied machen: „Oft bekomme ich nach Zusammentreffen mit Fremden die Resonanz, dass Buena und ich ihren Tag bereichert haben. Wir öffnen Augen und Herzen und holen andere aus dem Alltagstrott.“

Gerade in einer Zeit, in der unsere demokratischen Werte immer stärker unter Druck geraten, setzt VITA ein Zeichen: für Menschlichkeit, Respekt und die Überzeugung, dass jeder Mensch – egal ob mit oder ohne Beeinträchtigung –einen wertvollen Teil zur Gesellschaft beitragen kann. Die VITA-Gemeinschaft hilft Menschen mit Behinderung, sich in die Gesellschaft zu integrieren, stärkt das Miteinander und fördert gelebte Solidarität, Inklusion und Zusammenhalt.

Warum die Ausbildung so aufwendig ist – und warum sie sich lohnt

Viele Menschen wissen nicht, welche enormen finanziellen, zeitlichen und emotionalen Ressourcen die Ausbildung eines VITA-Assistenzhundes erfordert. Zwei bis drei Jahre dauert die intensive Ausbildung bei VITA, bevor ein Assistenzhund seinen Menschen ein Hundeleben lang begleiten kann. Die gemeinsame Reise als VITA-Team startet mit dem „Matching“, in dem Hund und Mensch zueinanderfinden. Die anschließende Zusammenführung dauert rund sechs Wochen und ist die intensivste Zeit des Trainings. Besonders bei Kindern erfordert die Betreuung weit über die Team-Bildung hinaus viel psychologisch-pädagogisches Wissen und ein tiefes Verständnis für die kindliche Entwicklung.

Doch die Arbeit hört hier nicht auf: VITA begleitet seine Teams ein Hundeleben lang – und auch darüber hinaus. Diese langfristige sozialtherapeutische und pädagogische Unterstützung ist entscheidend für den Erfolg und die nachhaltige Wirkung der Assistenzhunde. „Unsere Arbeit ist wie ein Stein, den wir ins Wasser werfen – er zieht immer größere Kreise. Was mit der Ausbildung eines einzelnen Hundes beginnt, verändert oft ganze Familien, Freundschaften und das gesellschaftliche Umfeld. Vorurteile verschwinden, Barrieren werden abgebaut und Inklusion wird gelebt.“, fasst VITA-Gründerin Tatjana Kreidler die Ausbildung der Helfer auf vier Pfoten zusammen.

Ohne Spenden keine Assistenzhunde

Die Ausbildung der VITA-Assistenzhunde wird nicht von Krankenkassen oder öffentlichen Trägern unterstützt. Alle Kosten – von der Ausbildung über die Zusammenführung bis hin zur lebenslangen sozialtherapeutischen Betreuung und Begleitung – werden ausschließlich über Spenden finanziert.

Jede Spende – egal ob groß oder klein – hilft, Leben zu verändern. Der Verein ist auf Unterstützung angewiesen, um auch in Zukunft Menschen mit Assistenzhunden ein selbstbestimmtes Leben zu ermöglichen. „25 Jahre VITA bedeuten 25 Jahre Hingabe, Durchhaltevermögen und unermüdlichen Einsatz für Inklusion und Menschlichkeit. Und dieser Weg ist noch lange nicht zu Ende.“, so Tatjana Kreidler.